Tomaten, Pepperoni und Gurken 2013

 

B E R I C H T    A N B A U    2 0 1 3

 

Ein erfolgreicher Anbau von Tomaten ist nicht alleine von der Sorte abhängig. Viele andere Faktoren spielen eine maßgebliche Rolle. Dazu gehören Bodenbeschaffenheit, Substrat, Dünger und nicht zuletzt auch der Standort. Ein weiterer Faktor ist auch das Wetter. Man spricht öfters von einem guten Tomatenjahr oder von einem schlechten. Der Wetterfaktor ist fast nie zu beeinflussen, aber bei den anderen Faktoren kann man steuern.

Bi12.JPGIch habe in den letzen Jahren für mich festgestellt, dass der Anbau bei mir in Kübeln wesentlich besser gelingt, als in direkter Erde. Allgemein kann man dies natürlich nicht pauschalieren.

Bei der Aussaat ist es bereits wichtig, das Saatgut in das richtige Substrat und in das richtige Gefäß auszubringen. Mitte März füllte ich gewöhnliche Kunststoff-Verpackungs-Obstschalen (ca. 15 cm auf 20 cm – Höhe etwa 6 cm) mit guter Aussaaterde. Etwa 20 Saatkörnchen ca. 1 cm tief in die Erde setzen. Die Aussaaterde leicht andrücken und befeuchten. Danach wurde die Saatschale mit einer Folie (Gefrierbeutel) abgedeckt und an einen hellen Platz mit ca. 20 Grad Temperatur gestellt. Die Temperatur darf auch nachts leicht zurück gehen. Gleichmäßige Feuchtigkeit prüfen und Folie ab und zu abnehmen zum Lüften. Hält man dies in der Regel ein, erfolgt eine zufriedenstellende Keimung. Die kleinen Pflänzlein  dürfen bis sie ca. 12 bis 15 cm groß sind in dieser Schale bleiben. Das Bi13.JPGwichtigste ist jetzt viel Licht. Die Pfänzchen werden dabei kräftiger.

In diesem Stadium werden die Pflänzchen in einzelne Töpfe umgepflanzt. Dabei verwende ich nur die kräftigsten. Beim Pikieren ist darauf zu achten, dass die Pflanze nicht beschädigt wird und dass man beim herausnehmen auch Boden an der Wurzel behält. Die Töpfe fülle ich ganz locker mit Substrat. Zum Einsetzen mache ich mit den Fingern ein Loch und setze das Pflänzlein mit haftendem Boden an seinen Wurzeln vorsichtig ein. Danach wird das Substrat im Topf leicht an die Pflanze angedrückt und es fehlt ein gewisser Rest Substrat, welchen ich im Topf auffülle und leicht andrücke. Ein Gießrand von 1 – 1,5 cm sollte vorhanden sein. Alle Pflänzchen werden jetzt gut angegossen und an einen lichten Platz im Gewächshaus gestellt. Die nächsten vier Tage, sollte die Temperatur nicht zu tief sinken. Das Gedeihen der Pflanze kann man jetzt bald täglich beobachten. Es ist auch wichtig, die Verpflanzung nicht bei voller Sonneneinstrahlung vor zunehmen.

Bi10.JPGAls Substrat nehme ich TKS II Instant Plus von Flora Gard. 225 Liter bekommt man in den Raiffeisen Lagerhäusern oder bei der BayWa. Dieses Substrat nehme ich auch später zur Kübelbepflanzung. In diesem Substrat wachsen die Pflanzen kräftig und dunkelgrün.

Als Töpfe kann man 0,5 Liter Trinkbecher oder Pflanztöpfe von 10 x 10 cm verwenden. In die Töpfe von den Trinkbechern, brenne ich mit einem alten Lötkolben einige Löcher in den Boden, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Dies ist sehr wichtig. Staunässe zerstören die Pflanze.

Wenn dann im ersten Drittel vom Mai die Pflanzen ca. 30cm erreicht haben, pflanze ich in den vorgesehen Standtort. Starkwüchsige Pflanzen brauchen ggf. bereits im Becher einen kleinen Holzstab, damit sie nicht umknicken. Bei mir wachsen die Tomaten ausschließlich in Kübeln. Diese sind mit TKS II gefüllt und müssen deshalb erst in ca. 6 bis 8 Wochen nachgedüngt werden.

HPIM0260.JPGEingepflanzt werden die Pflanzen mit dem jetzt gut durchwurzelten Topfballen etwa 5 cm tiefer als der bisherige Bodenrand. Blätter, welche an der Pflanze zu weit unten sind, einfach mit dem Fingernagel weg knipsen. Wichtig ist, dass keine Blätter den Boden berühren. Das ist ein gutes Vorbeugen, gegen mögliche Virenerkrankung. Bei dieser Aktion darf die Sonne voll scheinen. Mäßiges Angießen ist ebenfalls wichtig.

In den Kübeln gedeihen die Pflanzen bei Wärme und guter Sonneneinstrahlung sehr gut. In großen 20 Liter Kübeln pflanze ich immer zwei Stöcke der gleichen Sorte. In die 12 Liter Kübel befindet sich eine Pflanze. Als Kübel verwende ich Baueimer vom Baumarkt und bohre mit einem 10 mm Bohrer mindestens 20 Löcher in den Kübelboden. Auch hier ist wichtig, keine Staunässe aufkommen zu lassen. Beim Gießen braucht man nicht auf die Wassermenge aufpassen. Die Hälfte meiner Tomaten baue ich im Freiland in Kübeln an. Frei an der überdachten südseitigen Hauswand, an Estrichgitter befestigt Die Überdachung ist der ca. 1,30m Balkonvorsprung im Obergeschoß. Die andere Hälfte der Tomaten steht Bi14.JPGin Kübeln im Gewächshaus. Die im Treibhaus wachsen etwas rascher.

Die ersten Ernten sind Ende Juni möglich. Der Reifeprozess im Freien dauert etwas länger. Hier spielt auch die Sorte eine große Rolle.

Nach einigen Jahren habe ich zu folgenden Sorten gefunden.

Die normale „Hellfrucht“ (rot) baue ich nur im Freien an. Sie reift etwas früher und ihr Geschmack ist bei voller Reife im Freien sehr gut. Im Gewächshaus bekommt man den intensiven Tomatengeschmack nicht so gut hin. Dies gilt nach meiner Erfahrung auch für die weitern Sorten.

Als weitere Sorte verwende ich Hildares(rot). Das Saatgut F1 bekommt man beim Discounter Lidl. Hildares ist nach meiner Erfahrung sehr widerstandsfähig und kann im Treibhaus und im Freien angebaut werden. Vom Geschmack her sagen diese Tomaten uns voll zu.

Als Party-Tomate nehme ich die Sorte Chicco Rosso“ (rot), ebenfalls von Lidl. Auch diese Pflanze ist sehr robust und erreicht eine sehr große Wuchshöhe. Die Tomaten schmecken sehr köstlich. Anbau im Freien und im Gewächshaus möglich.

Lidl vertreibt auch ein Saatgut „Gemischte Party Tomaten“. Auch diese sollen sehr gut kultiviert werden können. Ich habe da keine Erfahrung. Mischungen sind für mich immer wie der Inhalt einer Wundertüte. Aber Überraschungen sind manchmal auch schön.

Desweitern setze ich auf die Sorten „pomidor cytrynek groniasty (gelb). Dies ist ein wahrer robuster Massenträger. Sonnengereifte Früchte schmecken sehr süß. So richtig zum Naschen. Gedeiht auch im Gewächshaus sehr gut. Die Pflanze wird übergroß. Zweieinhalb Meter Höhe ist keine Seltenheit.

Eine weitere Partytomate mit gutem Ertrag ist die Sorte Pomidor pokusa(rot und süß). Gedeiht im Gewächshaus und im Freien. Die Pfanze wird ebenfalls sehr hoch.

Bi5.JPGBei Fleischtomaten haben wir keine feste Sorte. Eimal spanisches Saatgut, einmal türkisches u.a..

Allerdings setzen wir bereits das dritte Jahr auf die Sorte „Feuerwerk“. Diese fleischige große Tomate hat einen unverkennbaren intensiven Tomatengeschmack. Der Nachteil ist, die Pflanze schwächelt etwas und der Ertrag ist nicht überwältigend. Das kommende Jahr wird einmal ein anderes Saatgut bezogen. Hoffentlich bleibt dann auch der gute Geschmack.

Bei der Kübelpflanze mit dem Substrat TKS2 muß man nach ca. 6 – 8 Wochen nachdüngen. Dazu verwende ich meist Blaukorn classik mit Spurenelementen. Brennnesseljauche und Jauche aus Hühnermist verwende ich fast nicht mehr. Spritzungen nehme ich keine vor.

Die Kübelbepflanzung hat auch einen weiteren Vorteil. Wird eine Pflanze krank, wird diese umgehend entfernt. Die Wurzeln der kranken Pflanze kommen mit keiner anderen in Berührung. Die andern Pflanzen stecken sich somit nicht an. So war es zumindest bisher.

Ein 12 Liter mehrfach verwendbarer Baukübel kostet etwa einen Euro.

Die Aussaaterde von Dehner 20 Liter kosten 5,99 Euro.

TKS2 Substrat von Flora Gard kosten ca. 20 bis 22 Euro und reicht für 40 Tomatenpflanzen im 0,5 Liter Becher und für anschließend für 12 bis 15 Kübelbepflanzungen.

Blaukorn braucht man bei 20 Pflanzen etwa  5 kg für 6 bis 8 Euro

Regenwasser.

 

Ergänzung Tomaten:

Pomidor Złoty Ożarowski 1 gSorten wie Roma, Tigerilla, Harzfeuer, Ochsenherz habe ich auch schon angebaut. Bei Harzfeuer bekomme ich manchmal Grünkragen. Ochsenherz reift spät. Roma im Gewächshaus fehlt es an Geschmack.

Wer gerne eine gelbe Tomate liebt ist mit der „Goldenen Königin“ bestimmt einigermaßen bedient. Es gibt jedoch bessere Sorten. Meiner Meinung nach sind Pomidor Ozarowski und andere polnische Sorten besser. Die Ozarowski habe ich einmal in einem 5 Liter Eimer gezogen. Die brachte sehr viel Ertrag. Man musste die Pflanze aber fast dreimal am Tag gießen. Wuchshöhe dennoch 1,80 Meter.

Die Beschaffung des Saatguts ist jedoch für jemanden, welcher keine Verbindungen zu Polen hat, schwierig.

 

Bi9.JPGAuch Chili gehören zu meinen Umfang. Auch hier habe ich einige Sorten ausprobiert. Im Gewächshaus mit guter Sonneneinstrahlung gedeihen sie am besten. Meine Sorten sind die normalen scharfen Pepperoni und zwei besondere Chilisorten. Eine davon ist die Habanero gelb. Mit einem Schärfegrad bis zu

500.000 Scoville-Einheiten zählen die gelben mit

Zu den schärfsten Chilis der Welt. Bei der Ernte und Pflanzenbehandlung empfiehlt es sich mit Handschuhen zu arbeiten. Nach Berühren und Verarbeiten der Pflanzen muss man sehr sorgfältig die Hände reinigen. Niemals mit ungereinigten Händen in den Augen reiben, keine anderen Menschen berühren und auch keine Tiere streicheln.

 

bi2.JPGPflanzen, welche ich direkt in die Erde setze sind Gurken. Meine bevorzugte Sorte ist die Soerte Saladin. Diese ist jedoch ausschließlich im Gewächshaus daheim. Ein paar Restpflanzen lasse ich auch im Kübel im Freien wachsen. Allerdings um einen guten Ertrag zu bekommen, braucht man ein gutes Gurkenjahr. Mit anderen Worten, einen sehr warmen Sommer. Die Pflanze ist kälteempfindlich. Vom Geschmach her ist diese Gurke hervorragend und im Gewächshaus zeigt sie sich bei etwas Glück als Massenträger. Wer kein Gewächshaus hat, sollte eine robuste Freilandsorte wählen.

 

 

 

 

 

Siegfried Mägele – Dez. 2013